Die angegebenen Koordinaten sind
die der Stadt Staufen im Breisgau und nicht die Cache-Koordinaten.
Der Meister der Nigromanten

Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie
zuvor. Was wie der verzweifelte Aufschrei eines Geocachers
klingt ist tatsächlich ja eines der bekanntesten Zitate aus Goethes
Fausttragödie. Diese basiert auf einer historisch verbürgten Figur,
über die wir aber relativ wenig wissen. Als ziemlich sicher gilt,
dass
Doktor Johann Georg Faust 1480 in Knittlingen in
Baden-Württemberg geboren wurde. Die Verleihung des Doktortitel
kann man übrigens nicht belegen und nimmt an, dass Faust ihn sich
selbst zugeschrieben hat. Weiter gibt es viele Hinweise darauf,
dass er in Staufen ums Leben gekommen ist. Diesen Hinweisen sollt
ihr jetzt nachgehen und dabei versuchen, den verschollen
Faust-Schatz zu lokalisieren. Dabei werden wir auch neueste
Ergebnisse der aktuellen Faust-Forschung präsentieren.
Eine Faust zugeschriebene aber bisher als Kuriosum abgetane
Handschrift, die von einem bekannten Faustforscher (der hier nicht
namentlich genannt werden möchte) entdeckt wurde, gibt erste
Hinweise:
Eine
Liebesgöttin mit Tumorerkrankung ist ein Wirbeltier mit
Kiemen
Fünf männliche Schafe sind vier Liebesgöttinen
Ein Dauerbader mit "Geiz ist geil" ist das hellste Gestirn
Wirbeltiere mit Kiemen ohne männliches Schaf ergeben eine
Liebesgöttin
Liebesgöttin mit Götterbote ist das gleiche wie Liebesgöttin ohne
Götterbote
"Geiz ist geil" mit Liebesgöttin ergibt Dauerbader
Zwei Dauerbader sind soviel wie drei männliche Schafe
Liebesgöttin und Erdtrabant ist ein männliches Rind
Götterbote ist Erdtrabant
"Bringt verbrauchte Energie zurück" mit "Geiz ist geil" ist ein
männliches Rind
Zwei am selben Tag Geborene ergeben das hellste Gestirn
Hellstes Gestirn ist dasselbe wie höchster Gott mit
Tumorerkrankung
Handelt es sich um eine Rezeptur zur Erzeugung von Gold? Ist es
eine verschlüsselte Botschaft? Kann man damit den Teufel
beschwören? Diese Fragen konnten bisher nicht geklärt werden. Die
neuere Faust-Forschung hat hier aber einen sensationellen
Durchbruch errungen. Die Bedeutung der Handschrift ergibt sich,
nachdem man den folgenden Auszug aus einer der Faust-Sagen
gelesen hat:
Es war um die
Herbstzeit [...] als ein Bauer mit seinem Buben vom Felde nach dem
Städtlein Staufen heimkehrte. Sie hatten lange gearbeitet, und es
dunkelte schon, als sie zu dem Johanniter-Bannkreuz [...] kamen. Da
hörten beide ein gewaltiges Rauschen in der Luft, als ob ein
Sturmwind einherbrauste, und da sie sich erschrocken umsahen, fuhr
ein seltsam Wesen in der Abenddämmerung daher, das sie sich nicht
zu erklären wußten - der Bub aber meinte, es sei ein ungeheurer
Vogel gewesen, mit großen, schwarzen Feggen. Vater und Sohn
entsetzten sich der Weis vor der Erscheinung, daß sie zum
Johanniterkreuz flohen und dort im inbrünstigen Gebet Stärkung
suchten. Als sie aber gen Staufen kamen, war die Nacht schon
hereingebrochen und hatte der Bauer noch im Leuen, der beim
Ratshofe liegt, ein Gewerb auszurichten. [...]
Als nun der Bauer in die Stube trat, saßen am Kachelofen zwei
Fremde, davon einer eine schwarze Schaube trug und ein Birettlein
wie ein Doktor, wo doch der andere Mantel, Kappen, Hut und Schwert,
auch Stiefel und Sporen hatte wie ein reisiger Knecht. Da ward es
dem Bäuerlin gar seltsam zu Muthe, wie er in die Stube trat und ihn
der vermeintliche Doktor fragte: "He Bauer, hast du auf dem Weg zum
Krotzinger Schloß anher nit einen großen, schwarzen Vogel gesehen?"
und der andere hinzufügte: "Und bist mit deinem Buben zu den
Johannitern verlaufen - glaub nur, die können dir helfen, denn die
meisten Ihrer sind mein!" Und dazu gelacht, daß es in der Stube
gegellt.
Bei der Wanderung des Bauerns und seines Sohnes haben wir es
anscheinend mit einer frühen Form des Nightcachens zu tun.
Die beiden zweifelhaften Gestalten im Leuen sind
offensichtlich Dr. Johann Georg Faust und der Teufel.
Die Signifikanz des erwähnten Johanniterkreuzes erschließt
sich einem, wenn man die einfachste Lösung des Handschriftenrätsels
mit allen bedeutungstragenden sichtbaren Symbolen des im obigen
Bild abgebildeten Zauberkreises in Verbindung bringt (inklusive dem
nur teilweise sichtbaren Symbol).
Verblüffenderweise ergibt sich dann der Ort, an dem besagtes
Kreuz steht, als Grad/Minuten-Koordinaten bezüglich des
WGS84-Kartendatums! Diese Koinzidenz lässt für jeden seriösen
Faustforscher und Geocacher nur den Schluß zu, dass Faust die
Entwicklung eines weltweiten geographischen Koordinatensystems
basierend auf dem WGS84 Kartendatum vorausgesehen hat. Natürlich
müssen wir aus diesem Grund unsere Faust-Tour an diesem Kreuz
beginnen: Es ist unsere Station 1 (empfohlen wird ein
fahrbarer Untersatz).
Angekommen bei Station 1 notieren wir die auf dem Kreuz
sichtbare Jahreszahl als A. Die Anzahl der auf dem Kreuz
sichtbaren Becher notieren wir als B. Wenn man mit dem Auto
unterwegs ist, kann man jetzt sein Auto zum Parkplatz bei
47°53,088' N 7°43,789' O fahren und abstellen, da
der weitere Weg nur für Fußgänger und Fahrradfahrer geeignet
ist.
Auf einem Faustrundgang darf natürlich Gretchen nicht fehlen.
Aber zu ihrer Existenz gibt es noch viel weniger Belege als zu
Faust. Nur durch intensive Recherchen ist es gelungen, die okkulte
Verehrung des Gretchens durch das Staufener Bürgertum an das Licht
der Öffentlichkeit zu zerren. An Station 2 (zur Berechung
der Koordinaten siehe die Tabelle am Schluß) findet man ein
Kunstwerk, dass zweifelsfrei der Liebe zwischen Faust und Gretchen
gewidmet ist. Dies ergibt zwingend einmal aus seiner Form, dann aus
der Tatsache, dass es ja in der Faust-Stadt aufgestellt wurde, und
schließlich aus dem Blick, den man von dem Kunstwerk aus hat. Man
sieht direkt auf das Haus des Faustschen Arbeitgebers (siehe auch
weiter unten).
Dies Kunstwerk wurde von einer Bildhauerin erstellt, deren Namen
man in der direkten Umgebung des Kunstwerks findet. Die Position
des zweiten Buchstaben ihres Vornamens im Alphabet (A=1, B=2, ...)
multipliziert mit 222 ergibt C.
Die nächste Station unserer Wanderung, Station 3, ist
eine Gaststätte, in der Faust gestorben sein soll. Hier lohnt es
sich, für einen Kaffee einzukehren, den man dann in der
Faust-Stube trinken kann. Die oben erwähnte Sage weiß zu
berichten:
Sind aber die
beiden Fremden im Leuen geblieben an die zehn Tag und haben keinen
Umgang gehabt mit irgend wem. Da begab es sich vor St. Gallentag*,
daß der Doktor mit dem anderen, den er seinen Schwager nannte, auf
der Kammer zwischen 12 und 1 Uhr des Nachts in schweren Streit und
Wortwechsel gerieth, so daß Alles im Hause aus dem Schlafe erwachte
und der Gastwirth sich erhob, um Fried' zu stiften, da es aber
urplötzlich stille ward, davon abstand. Da aber der Morgen kam und
zur Suppe keiner der Fremden erschien, erhob sich der Wirth und
ging auf die Kammer. Dort fand er den Doktor kölschblau** mit
umgedrehtem Hals todt auf dem Boden liegend - von dem Schwager
keine Spur, aber ein übergroßer Gestank zu vermerken, der in dem
Gemach in vielen Zeiten geblieben.
* 16. Oktober
** Damit ist nicht der Zustand nach dem Genuß mehrerer Gläser
Kölsch gemeint. Es ist vielmehr eine Anspielung auf die damals sehr
bekannten Blaufärbereien der Stadt Köln.
In welchem Jahr (D), in welchem Zimmer (E) und in
welchem Stockwerk (F) Faust vom Teufel geholt worden ist,
kann man an dieser Station erfahren. Das Jahr steht draußen an der
Gaststätte in einer Inschrift. Zimmer und Stockwerk aber nicht. Die
Wirtsleute können offensichtlich keine große Begeisterung für
hereinstürmende Geocacher (möglichst noch mit dem Matsch von
Station 1 an den Schuhen) aufbringen, die mal kurz wissen wollen,
wo Faust denn gestorben ist. Darum empfehlen wir das Stadt-Museum
gegenüber der Gaststätte (allerdings nur samtags und sonntags 15-18
Uhr, 1 Euro Eintritt). Vermutlich kann man während der Woche auch
im Rathaus Auskunft erhalten. Tatsächlich ist diese Information auf
teuflische Art aber bereits in der Inschrift enthalten. Zieht man
von der Jahreszahl, zu der die Inschrift ursprünglich von Herrn
Geiges angebracht wurde, die Zahl D ab, dann ergibt die
Hunderter-Ziffer das Stockwerk und die Quersumme geteilt durch 2
die Zimmernummer. Eine weitere Koinzidenz, die zu denken geben
sollte!
Ob Faust tatsächlich im Jahre D in dem erwähnten Gasthaus
vom Teufel geholt wurde, lässt sich wohl nie endgültig beweisen. Es
wird heute davon ausgegangen, dass Faust weniger durch die direkte
Hand des Teufels als eher bei einem alchemistischen Experiment
(deshalb der Gestank) durch eine Explosion ums Leben gekommen ist.
Wer aber nach Beweisen für die Teufelstheorie sucht, kann diese
auch finden. Im Rathaus soll im Treppenturm der Fußabdruck des
Teufels zu finden sein.
Was hat aber Faust in Staufen gesucht? Wollte er hier nur kurz
Station machen oder war er einer Einladung gefolgt? Hier können
vielleicht Zeitzeugen weiter helfen. An der Station 4
treffen wir auf Frau Lucia Messerin, die am 19. Januar im
Jahre G gestorben ist. Zu Lebzeiten von Faust war sie wohl
noch ein Kind, aber sie war sicherlich über die damaligen Zustände
gut unterrichtet - der Tod von Faust muss ja für lange Zeit
Stadtgespräch gewesen sein. Hätte man sie gefragt, warum Dr. Faust
nach Staufen gekommen ist, hätte sie uns vielleicht nicht direkt
eine Antwort geben mögen. Niemand redet gerne über Leute, die mit
dem Teufel im Bunde waren. Besonders eine Frau konnte leicht in
bösen Leumund geraten und dann auf dem Scheiterhaufen enden! Aber
sie hätte uns auf Grund ihrer intimen Kentnisse der Staufener
Verhältnisse sicherlich zum Spital geschickt.
Am Spital angekommen, das die Station 5 unserer Reise in
die Vergangenheit darstellt, hätten wir bei einer Befragung des
Pflegers des Spitals, Broßi Ruhen, erfahren, dass die
Staufener Burgherren Geldprobleme hatten. Ab 1535 gab es massive
Einbrüche beim Abbau von Silber im Münstertal. Seitdem waren die
Staufener Burgherren finanziell ziemlich klamm. Verbürgt ist ein
Kredit des Spitals an die Staufener Burgherren aus dem Jahre 1549.
Vermutlich wegen dieser Geldprobleme wurde Dr. Faust von Anton von
Staufen eingeladen, um ihm durch Zauberei und Alchemie Gold zu
beschaffen. Im weiteren benötigen wir die folgenden
Jahreszahlen:
- Spitalgründung = H
- Zerstört = I
- Neu erbaut = J
Die Hinterlassenschaft von Faust, seine Bücher, Geheimrezepte,
Edelsteine und sein Gold hat man nie gefunden. Jüngste Forschungen
haben ergeben, dass er diesen Schatz bei einem seiner letzten
luftigen Ritte mit dem Teufel in Richtung Hexenboden
verloren haben muss. Ein Teil dieses Schatzes hat man durch
komplizierteste Berechungen lokalisieren können. Die Koordinaten
seines Verstecks erschließen sich aber nur einer kleinen Gemeinde
von Gelehrten, den sogenannten Geo-Loonies, die sich mit der
Geheimwissenschaft der verschiedenen Ortsbestimmungssysteme
beschäftigen. Falls ihr dazu gehört, könnt ihr mit dem folgenden
Zahlenpaar sicherlich etwas anfangen:
X=2*(H+E) + C*G + (E^F)*J + 2*(D-G) + E -
2*F
Y=2*A*I + B*F*A + J
(x^y) bedeutet dabei x hoch y.
Schatzinhalt:
- 6 edle Steine
- 2 duftend Räucherwerk
- 1 magische Hand
- 1 magisch Zeichen aus fernen Landen
- 1 Golem
- 8 Stück Münz aus fremden Landen
- 1 nützlich Apparatus zum Verschließen von vielerlei Dingen
- 1 Stück Gold durch magisch Werk vom Meister selbst
erschaffen
Stift, Anspitzer, Logbuch und Stashnote sollten im Cache bleiben!
Tauscht möglichst faustische Dinge gleichen Wertes und
unterschreibt den Logbucheintrag mit eurem eigenem Blut! Ansonsten
kommt euch wohlmöglich der Teufel holen.
Fragen und Antworten
|
| Frage |
Symbol |
Wert |
| Kreuzjahr |
A = a1 a2 a3 a4 |
|
| Anzahl Becher |
B = b1 |
|
| Kunstwerk |
C = c1 c2 c3 c4 |
|
| Fausts Todesjahr (im Gasthaus) |
D = d1 d2 d3 d4 |
|
| Nummer des Hotelzimmers |
E = e1 |
|
| Stockwerk des Hotelzimmers |
F = f1 |
|
| Frau Messerins Todesjahr |
G = g1 g2 g3 g4 |
|
| Spitalgründung |
H = h1 h2 h3 h4 |
|
| Spitalzerstörung |
I = i1 i2 i3 i4 |
|
| Wiederaufbau des Spitals |
J = j1 j2 j3 j4 |
|
Stationen
|
| Nordwert |
Ostwert |
| Station 1:
Johanniterkreuz |
| (n1)(n2)° (n3)(n4), (n5)(n6)(n7)' |
(o1)° (o2)(o3), (o4)(o5)(o6)' |
| |
|
| Station 2: Kunstwerk |
| (n1)(n2)°(n3)(b1),(a4-a2)(a1)(a3)' |
(o1)°(o2)(o3),(a1+a3)(a3+b1)(b1-a1)' |
| |
|
| Station 3: Gasthaus |
| (n1)(n2)°(n3)(c4-a3),(c2)(c2-c3)(c1)' |
(o1)°(o2)(b1),(c4)(c4-c1)(c4)' |
| |
|
| Station 4: Frau Messerin |
| (n1)(n2)°(n3)(b1-d1),(o6+b1)(n7-a4)(c4)' |
(o1)°(o2)(b1),(c2)(o6+d1)(a1+a3)' |
| |
|
| Station 5: Spital |
| (n1)(n2)°(n3)(e1-f1),(c4)(g1+g4)(g3-g4)' |
(o1)°(o2)(g2-g1),(d4-g3)(a3-g4)(b1-a1)' |
| |
|
|
Schatz
|
|
X
|
Y
|
| Zwischensumme 1 |
2*(H+E)= |
2*A*I= |
| Zwischensumme 2 |
C*G= |
B*F*A= |
| Zwischensumme 3 |
(E^F)*J= |
J= |
| Zwischensumme 4 |
2*(D-G)= |
|
| Zwischensumme 5 |
E - 2*F= |
|
| Summe |
|
|
|